Projekt

Überblick

  • 2014 : Diane Dhur hat das Projekt den 3 Gemeinden Fischbach, Larochette und Nommern vorgestellt.
  • 2014-2016 : 2-jährige Pilotphase an diesen Schulen an der 524 Schüler und 54 Lehrkräfte teilnehmen.
  • 2016-2017 : Ausbreitung des Projekts auf die 10 Schulen des alten Arrondissements 17 (Mersch).
  • ab 2017-2018 : Das Projekt wird allen Schulen auf nationaler Ebene angeboten.
  • 2020-2021 : 20 Schulen und 4 Maison Relaisen machen aktiv beim Projekt mit.

Frequently Asked Questions

Warum Bewegung in den Unterricht einbinden?

Eine Untersuchung, die im Jahr 2006 in Luxemburg in drei Altersgruppen (9, 14, 18 Jahre) durchgeführt wurde, bestätigt leider einen europaweiten Trend: motorische Defizite, Inaktivität und gesundheitliche Risiken bei Kindern und Jugendlichen haben in den letzten Jahren erschreckend zugenommen. Körperliche Aktivitäten im Alltag und sportliche Betätigungen in der Freizeit und Vereinen nehmen deutlich mit dem Alter ab. Dagegen steigt der tägliche Fernsehkonsum und die Beschäftigung mit Spielkonsolen, Computer und Smartphone stark an.
Dies bringt mit sich, dass 15 % der untersuchten Mädchen und 20 % der untersuchten Jungen in der Grundschule als übergewichtig bzw. adipös gelten.18% der Kinder und Jugendlichen gaben an unter Kopfschmerzen, gefolgt von Einschlafstörungen (14 %) und Rückenschmerzen (13 %) zu leiden. 20 % der Kinder und Jugendlichen sind in regelmäßiger ärztlicher Behandlung. (siehe Bös, K. (2006) et al.)
Da die Zusammenhänge zwischen motorischer Leistungsfähigkeit, körperlich-sportlicher Aktivität und Gesundheit längst nicht mehr bestritten werden und ein Heraufsetzen der Sport- und somit der Schulstunden sich als äußerst schwierig darstellt, ist es empfehlenswert sich nach anderen Möglichkeiten umzuschauen, um die Kinder während der Schulzeit in Bewegung zu bekommen.

Inwiefern wirkt sich die „Bewegte Schule“ positiv auf die Schüler aus?

Einige Effekte der Bewegung sind die bessere Verankerung des Gelernten durch die Bewegung und mit allen Sinnen, eine gesteigerte Hirndurchblutung, positive Auswirkung auf die physische und psychische Entwicklung der Kinder, Verbesserung der koordinativen Kompetenzen und des Gleichgewichtes, die zur Unfallprävention und zur Steigerung des Selbstwertgefühls beiträgt, Aufbau sozialer und kommunikativer Kompetenzen, Verbesserung des Klassenklimas, Aufbau eines Gefühls von Vertrauen und Wohlbefinden, Abbau von Spannung und Stress, Rhythmisierung des Schulalltags (Belastung – Entspannung), Steigerung der Leistungsfähigkeit und Konzentration.

Was sind die Ursprünge der „Bewegten Schule“?

Das Konzept der Bewegten Schule geht schon aus der Reformpädagogik hervor, wo ein sinnes- und handlungsaktives Lernen im Vordergrund steht. Der Begriff der Bewegten Schule geht auf den Schweizer Pädagogen Urs Illi zurück, der ihn Mitte der achtziger Jahre vor allem für den Primarbereich benutzte. Ausgehend von einer medizinisch-gesundheitlichen (Bewegung als Gesundheitsressource) sowie entwicklungs- und lerntheoretischen (Bewegung als Element der Kindesentwicklung, Bewegung als zusätzlicher Sinnes- und Erfahrungskanal) Begründung, geht es grundsätzlich darum, mehr Bewegung in die traditionelle „Sitz-schule“ zu bringen. Durch eine kind-, lehr- und lerngerechte Rhythmisierung des Unterrichts, durch bewegendes, bewegtes und selbsttätiges Lernen, durch bewegte Pausen, durch geeignetes Mobiliar, durch bewegende, beteiligende und gesundheitsfördernde Organisationsstrukturen, können wir Schule verändern. (Abeling, I/ Städtler, H., 2008).

Was sind Bewegungspausen?

Bewegungspausen stellen Unterbrechungen des Unterrichts dar, in denen gezielte Bewegungsübungen gemacht werden. Der Wechsel zwischen ruhigen und bewegten Phasen ist schülergerechter und lernfreundlicher, kann den Unterricht beleben. Bewegungsübungen können eingesetzt werden:

  • bei nachlassender Konzentration
  • bei Ermüdungserscheinungen
  • bei Unruhe und Unlust
  • zur Aktivierung, Entlastung und Lockerung
  • zum Stressabbau

Es gibt verschiedene Arten von Bewegungspausen, welche nach Müller & Baumberger (2004) kategorisiert werden in „Gelenke mobilisieren“, „Muskulatur aktivieren“, „Konzentration aufbauen“ sowie „Wohlbefinden unterstützen“.

Was ist Bewegtes Lernen?

Bewegtes Lernen bedeutet den Unterricht so zu gestalten, dass die Schüler und Schülerinnen die Lerninhalte durch Erleben, Denken und Handeln erfahren und Zusammenhänge erkennen können. Inhalte, die auf diese Art gelernt werden, verankern sich besser im Gedächtnis des Kindes. So kann Lesen, Rechnen, Schreiben in der Schule auch mit Bewegung dargestellt werden, z.B. Hüpfen auf Buchstabenteppichen, rechnen mit großen Würfeln oder Sätze aus Wörtertafeln legen.

Wie kann ich die Bewegungsmomente im Unterricht einsetzen?

Bewegung kann als lernbegleitende Funktion, durch Auflockerungsminuten, Entspannungsphasen und dynamisches Sitzen oder Stationslernen erreicht werden, aber auch als lernerschließende Funktion, d.h. Lernen durch und in Bewegung, z.B. rechnen oder memorieren in Bewegung, stattfinden.
Die Erfahrungen zeigen, dass sich der Einstieg über die Bewegungspausen als einfacher erweist. Es hilft, sie an Bewegungspausen an fixen Uhrzeiten durchzuführen. Des Weiteren kann die Lehrperson jede Woche einen anderen Schüler damit beauftragen, sie an die Pausen zu erinnern. Die Einbettung in den Stundenplan, welcher groß an der Mauer oder an der Tür des Klassensaals hängt, wäre eine weitere Alternative. Somit entwickelt sich nach und nach ein Ritual: nach einer kurzen Eingewöhnungszeit fragen die Schüler automatisch nach den Bewegungspausen.

Wie reagieren die Schüler auf das Projekt?

In der von der Uni.lu beauftragten Studie gaben etwa 80% aller Schüler und Schülerinnen an, dass sie gerne und regelmäßig am Bewegten Unterricht teilnehmen. Etwa 70% der Schüler stimmen der Aussage zu, dass ihnen der Bewegte Unterricht mehr Spaß gemacht hat als der klassische Unterricht.

Wie reagieren die Eltern auf das Projekt?

Die Resultate aus der von der Uni.lu beauftragten Studie zeichnen insgesamt ein positives Bild des Projekts. Über 60% der Eltern berichten vom Mehrwert des Bewegten Unterrichts. Sie stellen fest, dass ihre Kinder mehr Freude an Bewegung und am Sport haben, dass sich die Bewegungskoordination der Schüler in ihren Augen verbesserte, dass die Kinder lieber zur Schule gehen und dass sowohl das Klassenklima als auch das Verhältnis zur Lehrkraft sich deutlich verbesserte.

Wie kann unsere Schule die „Bewegte Schule“ nachhaltig implementieren?

Da eine umfassende Implementierung des Konzepts die Beteiligung des gesamten Lehrkollegiums und teilweise Investitionen in die Schulraumgestaltung (innen und außen) mit sich bringt, ist die Bewegte Schule auch unter dem Aspekt der Schulentwicklung bzw. Schulprofilbildung zu betrachten. So ist es empfehlenswert das Konzept als längerfristige Zielsetzung in den PDS zu verankern. Die ‘Bewegte Schule und MR‘ führt stärkeorientiert und ressourcenschonend zum Erfolg. Die I-DS können die Schulen bei diesem Vorhaben begleiten.

Wie kann unsere Schule bzw. unsere Maison Relais mehr Informationen zum Projekt bekommen?

Ab dem Schuljahr 2017/2018 können, auf Anfrage, Mitglieder der Arbeitsgruppe „clever move“ in die Schulen bzw. Maison Relais kommen, um beispielsweise während einer Plenarversammlung den Lehrkräften bzw. den Erziehern ausführlichere Informationen zum Projekt zu geben.

“Eise Kapp kritt duerch d'Beweegungsspiller eng Paus a mir gi fit.“

Schüler C2 Bissen